WEINMANN revolutioniert mit Virtual Reality das medizinische Gerätetraining

Immerzed hat für WEINMANN Emergency Medical Technology ein überzeugendes Proof of Concept erstellt, mit dem sich der MEDUMAT Standard² samt Fehlerbehebungstraining in VR simulieren lässt.

In der Notfallmedizin zählt jede Sekunde – und jedes Gerät. WEINMANN Emergency Medical Technology stellt seit 1874 die technische Ausstattung bereit, auf die Rettungskräfte weltweit vertrauen. Mit rund 350 Mitarbeiter:innen an internationalen Standorten beliefert das Hamburger Unternehmen notfallmedizinische Dienste in über 120 Ländern. Zu den bekanntesten Produkten zählen das Beatmungsgerät MEDUMAT Standard² oder das Absauggerät ACCUVAC Pro. Doch selbst die beste Technik nützt wenig, wenn Anwender:innen sie nicht perfekt beherrschen. Deshalb bietet WEINMANN für seine Produkte Einweisungen und andere Schulungen an.

Klassische Simulationsmethoden stoßen hier an ihre Grenzen: Geräte wie der MEDUMAT Standard² lassen sich mit herkömmlichen Computerprogrammen nur begrenzt zugänglich machen. Vor allem die Handhabung und das Üben von Fehlererkennung und -behebung sind schwer umsetzbar. Wie Thomas Freericks, Produktmanager Notfall- & Transportbeatmung bei WEINMANN, erklärt, stand man vor einem „doppelten Ausgangsproblem: Es brauchte immer physische Hardware, und viele Fehlerfälle sind in der Praxis nur schwer nachzustellen.”

Die Überlegungen gingen daher mehr und mehr in Richtung modernster Technik – Stichwort: Virtual Reality. “VR löst beides, weil wir realitätsnahe Trainingssituationen schaffen, ohne echtes Gerät und ohne echten RTW.“

Proof of Concept: Virtual Reality für präklinisches Gerätetraining

Doch nicht jedes Softwarestudio kennt sich mit der Technologie aus. Ein geeigneter Partner fand sich durch einen glücklichen Zufall: Auf der RETTmobil 2024 kreuzten sich die Wege von WEINMANN und Immerzed. Wie Freericks rückblickend berichtet, lernte man Immerzed dort als „ein junges, sympathisches Start-up“ kennen. „Überzeugt haben uns von Anfang an die hohe Motivation und die unkomplizierte Herangehensweise, kombiniert mit praktischer Erfahrung im Bereich präklinischen Simulationstrainings.“

In gemeinsamen Planungsrunden überlegten die beiden Teams, welchen konkreten Zweck eine VR-Simulation erfüllen soll. Man einigte sich darauf, zunächst ein Proof of Concept auszuarbeiten, das gezielt den CCSV-Beatmungsmodus des MEDUMAT Standard² abbilden soll. Das erklärte Ziel war hier, auszuloten, was sich in Virtual Reality an Funktionen und Bedienungsmöglichkeiten überhaupt darstellen lässt, um auf der Basis mögliche weitere Einsatzzwecke zu evaluieren.

Mit Virtual Reality wurde in den folgenden Wochen eine Trainingsumgebung geschaffen, die die Möglichkeiten klassischer Computersimulationen um ein Vielfaches übertrifft. Mittels agiler Sprint-Methode wurden sinnvolle Abschnitte und Zwischenziele gesetzt, die in den folgenden Wochen regelmäßig evaluiert und bei Bedarf angepasst wurden.

Das DOPES-Skill-Lab: Ein vollwertiges VR-Training

Was als Proof of Concept begann, entwickelte sich im Laufe der Kooperation zu einer deutlich umfangreicheren Trainingseinheit. Das Endergebnis war schließlich ein vollwertiges DOPES-Skill-Lab. Dabei handelt es sich um ein virtuelles Training, das der strukturierten Ursachenfindung und -behebung bei akuten Beatmungsproblemen intubierter Patient:innen dient.

Mit dem Skill-Lab lassen sich solche Situationen in einer realistisch wirkenden Umgebung – etwa in einem RTW mit passender Geräuschkulisse – intensiv trainieren. Per Knopfdruck werden zu Beginn ein bis zwei Störungen zufällig generiert. Dabei kann es sich beispielsweise um diskonnektierte Schläuche oder Leckagen im System handeln. Die Aufgabe der Trainierenden: Diese Fehler schnellstmöglich erkennen und beheben. Am Ende erhalten sie eine Auswertung, welche Fehler sie erkannt und behoben haben – und welche nicht. Fast alle Elemente im Skill-Lab sind interaktiv bedienbar.

Wie Freericks abschließend betont, „begeistert das Ergebnis nicht nur uns: Jeder, dem wir die Anwendung gezeigt haben, war beeindruckt. Der Immersionseffekt übertrifft die Erwartungen – auch wenn die bekannte Limitation beim haptischen Empfinden in VR bestehen bleibt.“

Da es sich um ein Proof of Concept handelt, kam das Skill-Lab bei WEINMANN bisher vor allem intern zum Einsatz, etwa zur Auflockerung von Schulungen oder zur Aufwertung von Messeauftritten. Doch die positiven Reaktionen zeigen: Die VR-Lösung hat das Potenzial, das Gerätetraining bei WEINMANN nachhaltig zu verändern. Aktuell wird geprüft, wie das Konzept sinnvoll erweitert und langfristig genutzt werden kann.

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